Haben Sie schon mal Krabbenfischer bei der Arbeit beobachtet? Wenn Sie genau hinschauen, werden Sie sich schnell wundern, warum ihre Fangkörbe nicht abgedeckt sind. Die Krabben könnten doch einfach wieder rauskrabbeln. Doch Fischer haben folgendes erkannt: wenn Sie zwei Krabben in einen Korb schmeißen, kommt keine Krabbe mehr raus. Denn jedes Mal, wenn eine hochklettert, kommt die andere, zieht sich an ihr hoch und zieht sie damit runter. Aus der Nähe betrachtet, herrscht im Korb ein aktives Umtreiben, doch von außen gesehen geht nichts vorwärts.

Das ist das Prinzip des internen Wettbewerbs. Die Einen stecken viel Zeit und Energie in den Kampf um die Spitze. Die Anderen sind resigniert und halten sich bedeckt. Abgesehen davon, dass ein solches Betriebsklima oft psychisch sehr belastend ist, setzt im Endeffekt keiner sein volles Potenzial zur Erreichung der Unternehmensziele ein. Selbstverständlich ist ein gewisses Maß an Konkurrenz durchaus förderlich und buchstäblich „natürlich“ – darauf basiert ja die gesamte Evolutionstheorie. Und bestimmte Unternehmenszweige haben darauf ihre grundlegende Geschäftsstrategie aufgebaut. Aber genauso ist auch Kollaboration ein Naturprinzip.

 

Wenn interner Wettbewerb im Team destruktiv wird

Doch in der Arbeitswelt, die zunehmend von Kostendruck, Personalabbau und der Forderung nach Höchstleistung geprägt ist, nimmt der interne Konkurrenzkampf vermehrt zu. Kritisch wird es, wenn dieser innerhalb eines Teams überhandnimmt und Unternehmensinteressen den Eigeninteressen weichen oder miteinander sogar konkurrieren. Diese Umstände können unbewusst durch gewisse Führungsverhalten erzeugt werden. Schauen Sie mal bei Ihrer Abteilung genau hin: Herrscht unter Ihren Mitarbeitenden vielleicht auch ein Krabbenkampf? Und wenn ja, was könnten Sie dagegen tun?

 

Kollaboration als Unternehmensleitlinie

Eine Lösung um die persönlichen Ziele in Einklang mit den Gesamtinteressen zu bringen, besteht darin, eine Wir-Kultur zu schaffen. Ein Arbeitsumfeld, in dem jeder ein Anliegen daran hat, dass das Unternehmen wächst und erkennt, dass er so selber davon profitiert. In einem solchen Kontext geben die Menschen aufeinander Acht. Das mag banal erscheinen, ist aber bekanntermaßen höchst anspruchsvoll und schwer umzusetzen.

 

Erste Schritte zu mehr Teamarbeit

Selbstverständlich braucht eine Kulturveränderung Zeit, doch unterschiedliche Ansätze können Mitarbeitende und Führungskräfte angehen:

– Erkennen Sie die Grenzüberschreitung von gesundem Sportsgeist – im Sinne der Motivation über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen – und destruktivem Eigeninteressen bis hin zum Mobbing.

– Seien Sie achtsam für die Atmosphäre und mögliche Stimmungsveränderungen im Team.

– Schaffen Sie Freiraum für persönlichen Austausch, denn Austausch schafft Vertrauen. Dann teilen Menschen auch gerne Ideen und Wissen und nehmen andersrum Rat und Hilfe von anderen an.

– Sorgen Sie für eine sinnstiftende Vision und Mission. Besonders für jüngere Arbeitnehmer/innen gewinnt dieser Aspekt immer mehr an Wichtigkeit.

– Respektieren Sie die verschiedenen Typen und Charaktere im Team. Ob Motivation oder Druck liegt im Auge des Empfängers. Beachten Sie dabei den geschlechtlichen Aspekt, der unterschiedliche Wertungen und Verhaltensweisen mit sich bringt.

– Sprechen Sie offen über Ihre Wahrnehmung und Eindrücke innerhalb des Teams – ohne Vorwürfe und nach dem Motto „Wir sprechen miteinander und nicht übereinander“.

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